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Blinde in Chemnitz

In Chemnitz befindet sich die Förderschule für Blinde und Sehbehinderte. Die Einrichtung beschäftigt sich vor allem mit Kindern und Jugendlichen, die an Blindheit oder einer starken Sehbehinderung leiden. Die Förderschule kombiniert Förder- und Lernangebote mit Therapieprogrammen. Man versucht, auf die individuellen Begebenheiten einzugehen.

Besonderheiten für Blinde in der Förderschule Chemnitz

Die Kinder und Jugendliche lernen in kleinen oder Kleinstgruppen. Die Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte sind modern und hochwertig. Die Lernstationen werden z. B. auf besondere Weise ausgeleuchtet. ChemnitzPädagogen und speziell ausgebildete Sozialpädagogen begleiten die Schüler und Jugendliche beim Lernen. Weiterhin sind Therapeuten und auch Psychologen vor Ort. Gerade bei später erfolgter Blindheit durch Unfall oder Krankheit lastet ein hoher seelischer Druck auf den Betroffenen. Die gesamten Schulgebäude in der Förderschule Chemnitz sind natürlich barrierefrei.

Lernformen an der Förderschule für Blinde

Der Schulplan der Grundschule und Mittelschule basiert auf dem Lehrplan des Freistaates Sachsen. Ab Klasse Vier werden die Fächer Blindenkurzschrift und Maschineschreiben unterrichtet. Die Mittelschule bereitet die Schüler auf den Hauptschul- bzw. Realschulabschluss sowie auf das Gymnasium vor.

Beratungsdienste

Um für alle Beteiligten das bestmögliche Programm anbieten zu können arbeiten Pädagogen und Sonderschulpädagogen mit den Blinden und Sehbehinderten eng zusammen. Es geht auch um den Umgang mit Ämtern und um die Einbeziehung der Eltern in das Förderangebot. Diese speziell ausgebildeten Pädagogen sind in den Regierungsbezirken Chemnitz und Dresden angestellt.

Forschungsprojekt

Die Leitung der Fördereinrichtung ist ein Kooperationsprojekt mit einer der führenden Augenkliniken eingegangen. Diese Universitätsklinik arbeitet sehr erfolgreich mit einem japanischen Unternehmen zusammen, was sich auf Prothesen und künstliche Organe spezialisiert hat. Ziel dieser engen Zusammenarbeit ist, Grundlagen zu schaffen, um das Sehvermögen blinder und sehbehinderter Menschen wieder herzustellen. Die erste Phase beschäftigt sich mit der Blindheit von Betroffenen, wo der Sehnerv an sich noch in Ordnung ist.

Die Herstellung eines “bionischen Auges” ist das ehrgeizige Ziel der japanischen Firma. Am Computer wurden mehrere Gehirnstrukturen virtuell einprogrammiert. Danach entwickelte das Forschungsteam eine Linse, welche anstatt des natürlichen Auges an den Sehnerv angeschlossen wurde. Die Ergebnisse waren so viel versprechend, dass bereits erste Versuche an Minirobotern durchgeführt werden.

Die Linse soll später in ein künstliches Auge eingesetzt werden, welches sich nicht vom natürlichen Auge unterscheiden soll. Die größte Schwierigkeit besteht darin, diese Linse mit Energie zu versorgen. Ziel ist es, die Energie über die elektrischen Impulse des Gehirns zu beziehen. Realistisch ist jedoch eine unterstützende Batterie, die unter die Schädeldecke implantiert und mit der Linse verbunden werden würde.